Auf dem Weg zu meinem ganz persönlichen Ikigai

Ikigai, Sinn, Sinn des Lebens, Glück, glücklich sein, glücklich werden, wie finde ich mein Ikigai

Hygge, Lagom & Co. sind inzwischen fast jedem von uns ein Begriff. Als ich das Wort Ikigai zum ersten Mal gehört habe, dachte ich, dass es sich wieder nur um einen neuen Lifestyle-Trend handeln würde…

Iki…WAS? Oder: Was ist Ikigai?

Wikipedia sagt, Ikigai sei „das, wofür es sich zu leben lohnt“ oder auch „das Gefühl, etwas zu haben, für das es sich lohnt, morgens aufzustehen.“ Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich persönlich habe phasenweise große Lust, das Weckerklingeln zu ignorieren und einfach liegen zu bleiben. Dann wieder komme ich wochenlang gut aus dem Bett und freue mich auf meinen Joballtag, denn: Im Großen und Ganzen macht mir das, was ich tue, Spaß. Habe ich mein Ikigai also bereits gefunden? Oder bin ich vielleicht auf dem richtigen Weg dorthin, könnte aber eine wichtige Stellschraube zum „vollkommenen Glück“ verändern? Seitdem ich das Ikigai-Prinzip kenne, lassen mir Fragen wie diese keine Ruhe.

Dabei habe ich schon öfters über sie nachgedacht. Das letzte Mal zum Beispiel, als ich das Buch „Das Café am Rande der Welt“ gelesen habe. Ähnlich wie in diesem Buch gibt mir das Ikigai-Prinzip eine Methode an die Hand, mit der ich meinen Grund morgens aufzustehen, finden kann. Und das geht so…

Wie finde ich mein Ikigai?

Beim Ikigai-Prinzip stellen sich folgende vier Fragen:

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Vier Fragen zum Glück? Das Ikigai-Prinzip kann dir dabei helfen, deinen Schlüssel zum Glück zu finden.

1. Was liebe ich?

Für mich persönlich gibt es auf die erste Frage nicht nur eine, sondern ganz, ganz viele Antworten. Da wären: das Meer, Bücher, Filme, Serien, Shopping, Stuttgart, meinen Mann, Pfingstrosen, Kaffee, Macarons, und, und, und. Sind diese Dinge wirklich hilfreich auf dem Weg zu meinem Ikigai? Ich glaube: Ja. Und nein. Aber es ist wichtig, alles aufzuschreiben, was mir in den Sinn kommt. Denn nur so kann ich später differenzieren, gewichten und Überschneidungen zu den Antworten auf die anderen Fragen erkennen.

2. Worin bin ich gut?

Ohne lange darüber nachzudenken lautet meine Antwort hier: schreiben. Denn das tue ich bereits seit meiner zweiten Woche in der Grundschule. Ich kannte noch nicht einmal alle Buchstaben des Alphabets, als ich schon eifrig damit beschäftigt war, Geschichten aufs Papier zu bringen. Schreiben gehört zu mir, ich war immer gut darin und verdiene heute – als Beraterin für digitalen Content – mitunter auch mein Geld damit. Und obwohl ich auch einige andere Dinge kann, die anderen schwerfallen – wie etwa rückwärts sprechen oder mit den Ohren wackeln – spüre ich, dass mein Ikigai auf jeden Fall etwas mit schreiben zu tun hat.

3. Was braucht die Welt?

Soll ich also über die Dinge, die ich liebe schreiben? Würden mich Texte über das Meer, ein von mir verfasster Roman oder gar ein Drehbuch für einen Film oder eine Serie, Anzeigentexte für Konsumartikel, Reiseführer über Stuttgart, intime Details über Patrick, Poesie zur schönsten aller Blumen, weitere Fachartikel über Kaffeeplantagen, Rezepte für sündhaft leckere Macarons – würden mich all diese Texte oder auch nur ein einziger davon näher zu meinem Ikigai bringen? Vielleicht.

4. Womit kann ich Geld verdienen?

Denn da wäre ja noch die Sache mit dem Geld. Allein macht es nicht glücklich. Schon klar, dennoch ist das nur die halbe Wahrheit. Das Schöne an Ikigai? Das japanische Prinzip tut nicht so, als wäre Geld nicht notwendig. Vielmehr stellt es die vierte und – wie ich finde – sehr wichtige Frage: Womit kann ich Geld verdienen? Denn was bringen mir beispielsweise von mir verfasste Texte (= Worin bin ich gut) über die Rettung (= Was braucht die Welt?) der Meere (=Was liebe ich?), wenn ich damit weder meine Miete noch Nahrungsmittel bezahlen kann? Leider wenig. Wer jetzt denkt „Naja, ein bisschen Geld wirst du damit schon verdienen können!“, mag zwar Recht haben, dennoch kann ich für mich persönlich sagen, dass ein bisschen Geld für mein Ikigai nicht reichen würde. Und so ist es jedem Menschen selbst überlassen, zu definieren, wie viel Geld er zum Leben braucht. Denn neben einem Zuhause und Lebensmitteln, brauchen unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Dinge, um glücklich zu sein. Ein Leben ohne Reisen, Beautybehandlungen, Konzerte und schöne Schuhe würde ich mir nicht freiwillig aussuchen. Oberflächlich? Vielleicht, aber eben auch meine ganz persönliche Definition für mein ganz persönliches Glück.

Was tue ich, wenn ich mein Ikigai nicht finden kann?

Und wie geht es jetzt weiter? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist, dass ich mein Ikigai nicht auf die Schnelle gefunden habe. Vielleicht habe ich nicht lange genug über die vier Fragen und Antworten nachgedacht. Vielleicht gibt es neben dem Schreiben noch ein anderes Talent, das es genauer zu betrachten gilt. Fakt ist, dass ich mich definitiv noch ausführlicher mit dem Prinzip Ikigai befassen möchte. Ein guter Tipp, den ich beim Ikigai-Vortrag gehört habe und nun ausprobieren will, ist das Sammeln von neuen Erfahrungen. Idealerweise natürlich von solchen, die mich meinem Ikigai näherbringen. Deshalb habe ich mich im Netz umgesehen und mich prompt zu einem Romankurs angemeldet. Ob ich die geborene Autorin bin? Nach dem Kurs kann ich diese Frage wahrscheinlich ein bisschen besser beantworten als jetzt. Und auch wenn die Antwort „nein“ lauten wird, kann ich dieses Hirngespinst danach wenigstens von meiner Liste streichen. Denn – so habe ich es beim Vortrag gehört – niemand wird sein Ikigai finden, indem er all das bekommt, was er sich wünscht. Sondern, indem er all das loslässt, was er sich nicht wünscht.

Tipp: Du willst mehr über das japanische Prinzip Ikigai erfahren und dich vielleicht sogar beraten lassen? Dann schau doch mal bei Yvonne und Long von The Ikigai Mind vorbei. Zumindest mich haben die beiden mit ihrem Vortrag von der ersten Sekunde an begeistert.

Written by Simone
Aka Zitrone. Verdient ihr Geld mit diesen digitalen Medien. Liebt Stuttgart, ist gern auch mal woanders. Vor allem am ♥ Meer. Hat das Seepferdchen im Hallenbad Feuerbach gemacht. Igitt, igitt!